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und
die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
Teil
eines Textes von Reinhold Niebuhr – 1926
Gott
gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern
kann...
Als
Nikotinkonsumenten können wir unser sehnendes Verlangen nach Nikotin
nicht ändern. Doch selbst wenn wir dieses Verlangen nach Nikotin
nicht ändern können, können wir es hinnehmen. Die Wahrheit ist,
dass wir unseren Wiederholungszwang nicht los werden, bis wir unser
Sehnen nach Nikotin hinnehmen
können. Wenn wir beschließen, das Verlangen nicht hinzunehmen,
konsumieren wir Nikotin.
Es ist
so einfach. Wenn Du beispielsweise ein Zigarettenraucher bist und das
Verlangen nicht hinnimmst, dann wirst Du Dir sicher eine Zigarette
anzünden. Oder vielleicht wirst Du nur „einen Zug“ nehmen (oder
„eine Prise“, wenn Du schnupfst) um durchzukommen. Doch selbst
ein Zug oder eine Prise bedeutet nicht
hinnehmen
dessen, was Du nicht ändern kannst.
Hinnehmen
des Verlangens bedeutet nicht, dieses zu wollen oder es gerne zu
haben. Akzeptieren bedeutet zunächst, das Verlangen als das zu
betrachten, was es ist: eine seelisch und körperlich starke Begierde
– kein wirkliches Bedürfnis nach Nikotin. Das ist alles. Wir
kämpfen nicht gegen das sehnende Verlangen an. Wir betrachten es
eher, gestatten ihm zu sein ohne in Panik zu geraten oder in
Selbstmitleid. Stattdessen sagen wir „Ja, jetzt gerade sehne ich
mich wirklich nach Nikotin.“
Wir
begehen keinen Selbstbetrug indem wir uns einreden, wir wollten kein
Nikotin. Dies ist ein ehrliches Programm. Auch versuchen wir nicht
die „Gewohnheit“ so sehr zu hassen, geschweige denn uns selbst,
dass wir aufhören. Solange wir aktiv konsumieren können wir unsere
Körper nicht davon abbringen, nach Nikotin zu verlangen. Doch wir
können mit einem Verlangen leben, bis dieses vorbeigeht. Und deshalb
beten wir um...
den
Mut, Dinge zu ändern die ich ändern kann...
Was
wir ändern können ist unsere Unwilligkeit, selbst für kurze Zeit,
mit dem Sehnen nach Nikotin zu leben. Wir können mit Gottes Hilfe
und der Unterstützung durch die Gruppe unsere bisherige Art des
Umgangs mit dem Verlangen ändern: Wir werden willens, mit dem Sehnen
zu leben. Wir benützen Nikotin nicht mehr, um den Schmerz des
Verlangens los zu bekommen. Wenn wir eine Zigarette anzünden um das
Sehnen zu lindern zeigt dies, dass wir nicht akzeptiert haben, was
wir nicht ändern können, und dass wir nicht mit dem Mut gehandelt
haben, Dinge zu ändern die wir ändern können.
Natürlich
ist das Leben mit dem Verlangen hart, manchmal sehr hart. Doch Du
bist nicht allein. Mit der Hilfe einer Höheren Macht kannst Du es.
Genau darum geht es im Gelassenheitsspruch.
So
bitten wir Gott, uns dabei zu helfen, das Verlangen hinzunehmen. Dann
bitten wir Ihn um den Mut, uns nicht um dieses Verlangen zu kümmern
(mittels neuerlichem Nikotinkonsum) – wie wir das immer gemacht
haben. Kurz: wir brauchen die Gelassenheit, das Sehen zu akzeptieren
und den Mut, es einfach vorbeigehen zu lassen...
und
die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Die
Weisheit, um die wir hier bitten besteht darin, des Unterschiedes
gewahr zu werden zwischen unserem bisherigen Umgang mit dem Unbehagen
des Verlangens (z. B. mittels Kettenrauchens) und dem neuen Umgang
mit dem Sehnen: es hinnehmen bis es vorübergeht. - Auch wenn uns
dies einige unangenehme Augenblicke beschert: wir wissen, dass das
Verlangen vorbeigeht, ob wir Nikotin konsumieren oder nicht.
Die
Kraft und der Mut, welche nötig sind, um als einstiger
Nikotinkonsument – mit seinem Anfangs-Unbehagen – zu leben,
kommen, wenn wir darum bitten. Auch wenn das dauern kann. Was wir
bekommen ist keine rohe Willenskraft, sondern Energie von unserer
Höheren Macht, von der Gruppe und aus unserem innersten Selbst. Die
Kraft, die wir wirklich wollen ist Liebe! Alleinig mit dieser Art von
Kraft können wir zu ehemaligen Nikotinkonsumenten werden und ein
neues Leben empfangen, frei von Nikotinsucht.
Der
Grund, weshalb wir nicht schon vor Jahren zu ex Nikotin Konsumenten
wurden, ist dass wir uns entschlossen hatten, nicht mit dem Verlangen
zu leben. Wann immer wir uns sehnten, gaben wir nach und konsumierten
Nikotin. Wir hofften immerzu, dass auf magische Weise ein Tag käme,
an dem das Verlangen verschwände oder wir einen absolut schmerzlosen
Weg aus der Sucht fänden. Dieser Tag kam nie. Jeder von uns hat
weiter unsere Lieblings-Rationalisierungen oder –Entschuldigungen
für Tabakskonsum, unsere eigenen Rechtfertigungen, nicht mit dem
Verlangen zu leben, benützt. Wir sehnten und konsumierten weiter,
sehnten und konsumierten weiter, Jahr für Jahr.
Doch
jetzt können wir das alles ändern. Im Augenblick da wir akzeptieren
können was ist – „Ich will Nikotin“ – und dem mit von einer
Höheren Macht bekommenen Mut begegnen, können wir sagen, „Ich
entscheide mich dafür, mit diesem Verlangen nicht per Nikotinkonsum
umzugehen“, dann werden wir ex Nikotin Konsumenten!
Wenn
Du weiter Nikotin konsumierst, obgleich Du dieses Gebet sprichst,
sage es wieder und wieder. Fahre fort, es zu sagen und überlege, was
es für Dich als Nikotinsüchtigen bedeutet. Schließlich wird es
wirken. Es wird nicht wirken, wenn Du nicht ernsthaft bist. Doch wenn
anfangs Dein ganzes Können darin besteht, diesen Spruch zu sagen
ohne daran zu glauben, dann mache wenigstens dies! Du magst einige
Zeit brauchen, um an die Kraft zu kommen, die nötig ist, um mit dem
Unbehagen zu leben, welches aus dem Verlangen entspringt. Doch
schließlich wird sie kommen. Nach einer gewissen Zeit wird das
Verlangen wesentlich schwächer. Und –darauf vertrauen wir– eines
Tages gänzlich verschwinden. Bei einem Ausrutscher jedoch –z. B.
wenn Du als Raucher eine anzündest- akzeptiere Dich selbst ehrend
und sage das nächste Mal diesen Spruch.
Bedenke, es ist
nicht wirklich der Stress, Frustration oder selbst das Verlangen, das
uns dazu bringt, wieder Nikotin zu konsumieren, sondern eher unser
Mangel an Gelassenheit und Mut, mit dem Verlangen umzugehen. Hilfe
kommt von Deiner Höheren Macht, von der Gruppe und von deinem
eigenen gesunden inneren Selbst! Gott
mit Dir!
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